Robert Nagel – Head of Content – everphone GmbH

Unser Q&A Format mit Fragen zu Learnings aus der Krise und momentanen Best Practices. Jetzt kostenfrei für die IMD2021 anmelden und Beiträge von Topspeakern aus der Branche miterleben und mehr Fachinterviews freischalten. IMD2020  SpeakerBrands (Auszug):

Covid-19 Learnings & Best Practices

Hier unser Interview mit Robert zu aktuellen Erfahrungen mit der Corona-Pandemie.


IMD: Bitte stell Dich für die, die Dich nicht kennen, kurz vor. Wer bist Du, was machst Du bzw Ihr?

Als Head of Content bin ich bei everphone unter anderem für die Redaktionsplanung des Blogs, die Content-Erstellung und das Content-Management zuständig. Der Blog beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themen Mobile Device Management, Mobile Sicherheit und Datenschutz auf Firmengeräten.

everphone ist der Berliner Device-as-a-Service-Spezialist – wir bieten Unternehmen ein Rundum-sorglos-Paket für Firmenhandys, Tablets und alles, was technisch und organisatorisch zu den mobilen Endgeräten dazugehört.

Das Ziel ist, mit dem Ansatz "nutzen statt besitzen" die unternehmenseigenen IT-Abteilung weitgehend vom Handling der Mobilgeräte zu entlasten. In der Corona-Pandemie hat sich ja erneut deutlich gezeigt, dass diese Fachkräfte für die Digitalisierung der unternehmerischen Kernprozesse dringender benötigt werden als für das Einrichten des X-ten Diensthandys.


IMD: Alles klar. Was waren Deine/Eure Erfahrungen in den letzten Monaten? Was hat sich durch Corona verändert?

Als Start-up hat everphone von Haus aus einen recht hohen Digitalisierungsgrad, der alternative Arbeitskonzepte wie Remote Office, Shared Desks und Home Office gut tragen kann. Die Umstellung nahezu aller Geschäftsbereiche auf Remote-Fähigkeit war deshalb eigentlich nicht schwer, sondern gelang ganz organisch.

Unsere Geschäftsführung hatte die Signale, die auf den ersten Lockdown hindeuteten, rechtzeitig bemerkt und schon vor Inkrafttreten einige Abteilungen ins Home Office geschickt – sozusagen als Pilot. Das lief so gut, dass der Rest des Unternehmens problemlos und ohne Bauchschmerzen nachziehen konnte. Der Remote-Anteil lag dann durchgehend sehr hoch und außer einer winzigen Produktivitätsdelle in der ersten Woche gab es keine Einbußen beim Output.

Man muss dazusagen, dass wir sehr Output-getrieben agieren, worauf everphone-CEO Jan Dzulko schon vor der Covid-19-Krise viel Wert gelegt hat. In dieser Ausnahmesituation hat sich diese Philosophie durch eine sehr hohe Resilienz gegenüber den neuen Herausforderungen ausgezahlt.


IMD: Frage 3: Was sind Deine größten Learnings aus dieser Zeit? Hast Du Tipps für unser Publikum?

Ich persönlich arbeite seit März fast ausschließlich im Homeoffice und liebe es! Da ich viele Textarbeiten zu erledigen habe, kommt mir mein "Einzelbüro" zuhause sehr entgegen. Auch wenn mir die Kollegen manchmal ein bisschen fehlen – Textproduktion profitiert nun mal von einer ruhigen Arbeitsumgebung. Auch der Familienalltag ist ohne das Pendeln leichter zu bewerkstelligen.

Bei everphone mussten wir allerdings auch feststellen, dass nicht jede/r die notwendige Technik zuhause hat, um effektiv von dort arbeiten zu können. Geschwind haben wir aus dieser Erkenntnis heraus sogar ein Produkt entwickelt: ein "Home-Office-Paket", das aus einem DeX-fähigen Samsung-Smartphone und der notwendigen Peripherie (Monitor, Tastatur etc.) besteht. Man nutzt dann das Handy quasi als Computer (DeX steht für "Desktop Experience"). Damit konnten wir im Handumdrehen Kollegen und Kunden mit dringend benötigter Hardware ausstatten – in einer Zeit, in der die Lagerbestände bei Laptops auf Null heruntergegangen waren. Man kann also durchaus behaupten, dass durch Covid-19 bei everphone Innovationen angeschoben wurden.

Gleichzeitig wurde das Arbeitsumfeld bei everphone nachhaltig geändert. Einige Kollegen bevorzugen das Arbeiten im Home Office. Andere kommen mittlerweile lieber wieder täglich und haben einen festen Platz. Der Rest verteilt sich auf Shared Desks, diese reservieren wir im Vorfeld – selbstverständlich per mobiler App. Das wird sehr gut angenommen und ich denke, dass diese Veränderung dauerhaft bleiben wird, weil sie auf so viel Zuspruch stößt.

Letztendlich fußt alles auf dem Mindset der Geschäftsführung, die solche Agilität auch zulassen muss und nicht in Kontrollmechanismen Marke "inhabergeführt" verfangen sein darf. Ich persönlich habe den Eindruck, dass meine Produktivität durch die Remote-Arbeit sogar zugenommen hat, weil ich weniger abgelenkt werde als im Office. Ich arbeite so gesehen nicht "ununterbrochen", sondern "ohne Unterbrechung"… 😉

Mein Tipp richtet sich daher an die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer: Habt Vertrauen in eure Angestellten und lasst sie dort arbeiten, wo es für sie am besten ist. Das ist nämlich letztendlich auch für das Unternehmen am besten.

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