Lina Herz – SEO & Content Marketing – Ridestore

Unser Q&A Format mit Fragen zu Learnings aus der Krise und momentanen Best Practices. Jetzt kostenfrei für die IMD2021 anmelden und Beiträge von Topspeakern aus der Branche miterleben und mehr Fachinterviews freischalten. IMD2020  SpeakerBrands (Auszug):

Covid-19 Learnings & Best Practices

Hier unser Interview mit Lina zu aktuellen Erfahrungen mit der Corona-Pandemie.


IMD: Bitte stell Dich für die, die Dich nicht kennen, kurz vor. Wer bist Du, was machst Du bzw Ihr?

Hi! Ich heiße Lina, bin 27 Jahre jung und komme ursprünglich aus dem schönen Münchener Norden. Ich arbeite momentan im Bereich SEO & Content Marketing für Ridestore, einem der am schnellsten wachsenden E-Commerce Stores für Outdoor-, und Skibekleidung in Europa.

Interessant zu wissen ist dabei vor allem, dass wir bei Ridestore bereits seit einigen Jahren komplett remote arbeiten. Für mich bedeutet ortsunabhängiges Arbeiten die Freiheit, die ich benötige, um einen guten Job zu machen. Gerade im Bereich Inbound-Marketing stellen für mich Büros und strikte Arbeitszeiten veraltete Unternehmensstrukturen dar, die heutzutage durch Onlinetools und eine geradlinige Kommunikation komplett ersetzt werden können und sollten. Aber mehr dazu später! 😉


IMD: Alles klar. Was waren Deine/Eure Erfahrungen in den letzten Monaten? Was hat sich durch Corona verändert?

Wie bereits in der ersten Frage beschrieben, arbeiten wir bei Ridestore bereits seit einigen Jahren ortsunabhängig. Das einzige Team das nach wie vor in unseren Headquarters in Schweden sitzt, ist unser Production Team. Ich arbeite nun seit knapp 2 Jahren hier und wurde zu dieser Zeit bereits digital eingestellt und ongeboardet.

Also stellt sich die Frage, ob sich bei uns überhaupt etwas verändert hat? Gute Frage. Ich würde sagen: Ja und Nein.

Ja, da auf Grund von Covid alle physischen Meet-Ups dieses Jahr abgesagt wurden. Sie finden ca. 2 Mal im Jahr statt – einmal mit der Abteilung und einmal mit allen am Ende der Saison. Sie sind nach wie vor wichtig, um ein Vertrauen zwischen den Kollegen zu schaffen und um mögliches zwischen-den-Zeilen-lesen zu verhindern. Kennt man sich nur durch private Nachrichten oder Videochats, kann es oft zu Missverständnissen kommen, da man das Gegenüber nicht immer richtig einzuschätzen weiß.

Und Nein, weil für uns vieles gleich geblieben ist. Da es die remote Strukturen bei uns in dieser Form bereits vor der Krise gab, hat sich da tatsächlich wenig verändert. Manchmal ist es sogar erschreckend wie wenig sich verändert hat. Während des Lockdowns hat man das dann auch gemerkt. Für alle ist es eine riesige Veränderung und man selbst merkt auf einmal wie wenig sich verändert, obwohl die Gesellschaft sich im Lockdown befindet. Denn die Kehrseite des remote Arbeitens ist, dass man oft nur Abends zum Einkaufen das Haus verlässt – oder zum Sport machen, was ja während des Lockdowns beides immer noch erlaubt war.


IMD: Frage 3: Was sind Deine größten Learnings aus dieser Zeit? Hast Du Tipps für unser Publikum?

Ich weiß nicht, ob ich es Learnings nennen kann oder ob es eher ein Wunsch nach Learnings für unsere Branche ist. Zu allererst würde ich mir wünschen, dass in Zukunft mehr Firmen das Potential von ortsunabhängigem Arbeiten erkennen. Das wäre für mich als Arbeitnehmer ein riesiger Fortschritt, der es mir ermöglichen würde mich beruflich weiterzuentwickeln, ohne mich auf einen festen Wohnort festlegen zu müssen. Ein bisschen tut sich da ja inzwischen zum Glück bereits, aber da gibt es immer noch viel zu tun!

Auf der anderen Seite stehen dann noch die Learnings, die sich mir vor allem während des Lockdowns offenbart haben. Remote Arbeiten Ja! Aber – und das ist dann wahrscheinlich auch eher wieder ein Wunsch als ein Learning – auch beim ortsunabhängigen Arbeiten sollte das Wohl der Mitarbeiter nicht vergessen werden! Themen wie Burnouts, Einsamkeit, und Wertschätzung am Arbeitsplatz können oft übersehen werden, wenn man sich nicht gegenübersitzt. Deshalb sollten Firmen, die ortsunabhängige Strukturen anbieten wollen, unbedingt darüber nachdenken, wie sie diesen Problemen entgegenwirken können. In meinen Augen tut sich hier übrigens ein riesiger Markt auf – für alle HRler und ITler, die kreativ werden wollen, um ein gesundes Arbeitsklima für ortsunabhängiges Arbeiten zu entwickeln.

Also passt auf Euch auf und nehmt einen Job nicht nur deshalb an, weil er remote ist! Firmen sparen sich jede Menge Geld, wenn sie keine Büroräume zur Verfügung stellen. Und genau dieses Geld sollte in das Wohl und die Entwicklung der eignenen Mitarbeiter reinvestiert werden 🙏🏼

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