Johann Trasch – Archmage of Content – Cocktailbart.de

Unser Q&A Format mit Fragen zu Learnings aus der Krise und momentanen Best Practices. Jetzt kostenfrei für die IMD2021 anmelden und Beiträge von Topspeakern aus der Branche miterleben und mehr Fachinterviews freischalten. IMD2020  SpeakerBrands (Auszug):

Covid-19 Learnings & Best Practices

Hier unser Interview mit Johann zu aktuellen Erfahrungen mit der Corona-Pandemie.


IMD: Bitte stell Dich für die, die Dich nicht kennen, kurz vor. Wer bist Du, was machst Du bzw Ihr?

Ich kümmere mich als Gründer und Inhaber seit 5 Jahren um Content, Social Media und SEO für Cocktailbart.de – eines der reichweitenstärksten redaktionellen Online-Magazine für Cocktails und Spirituosen im deutschsprachigen Raum.


IMD: Alles klar. Was waren Deine/Eure Erfahrungen in den letzten Monaten? Was hat sich durch Corona verändert?

Unsere Kernzielgruppe waren schon immer HomebartenderInnen – Menschen, die sich zu Hause einen gut Drink in Bar-Qualität mixen wollen. Dabei war uns von Anfang an der Mix aus altbekannten Klassikern und Bar-Hochkultur wichtig, weil das auch für uns der Weg der persönlichen Genussreise war. Von der Caipirinha über den Mojito hin zum Manhattan und zurück zur Caipirinha, weil man die mit der Erfahrung plötzlich ganz anders mag und mixt. Mit Corona und der Schließung der Gastronomie interessierte sich plötzlich auf einen Schlag die halbe Nation dafür, wie man daheim einen guten Drink ab vom Feierabendbier hinbekommt, das haben wir schnell an den Zahlen gemerkt. Wir dachten ganz am Anfang, als wirklich vor allem Caipirinha, Mojito und später auch der Party-Shot Mexikaner durch die Decke schossen, dass die meisten bei dem bleiben, was sie kennen. Nach ein paar Wochen haben wir aber bemerkt, dass die Traffic-Steigerung sich auf eher fortgeschrittene Drinks weiterverlagerte und dass auch die Kommentare unter den Artikeln hochgingen. Leute, die zuvor wirklich nur Party machen wollten, haben sich plötzlich intensiver mit der Materie auseinandergesetzt, mehr herumprobiert und anscheinend auch mehr genossen. Unsere Hoffnung ist, dass diese Entwicklung nach der Pandemie auch in die gebeutelte Gastronomie hinüberschwappt – und damit auch den gehobenen Bars im Nachhinein Zulauf bringt. Dass das so sein kann, haben wir im August und September gemerkt, da gingen die Zahlen stark runter, die Leute durften wieder raus und haben das genutzt. Wir könnten das wirtschaftlich doof finden, aber wir hatten auch auf dem Tiefpunkt noch 30% Traffic über Vorjahr – da meckern wir nicht.


IMD: Frage 3: Was sind Deine größten Learnings aus dieser Zeit? Hast Du Tipps für unser Publikum?

Dass man Leser wirklich für Neues begeistern und mit auf die nächste Stufe eines Themas nehmen kann, wenn man sie da abholt, wo sie stehen und sie von der ersten Sekunde an ernst nimmt. Wir haben das zwar schon immer vermutet, sonst hätten wir unsere Inhalts-Struktur nicht so aufgebaut wie sie jetzt ist. Aber während Corona hat sich zum ersten Mal greif- und belastbar gezeigt, dass das auch wirklich so ist und dass wir uns nicht nur an Einzelfällen entlanghangeln.

Der praxisnahe, aber zugegeben schwammige Tipp daher: im redaktionellen Bereich, gerade wenn ihr in Rezepten, Guides und How Tos denkt, niemals abheben – und trotzdem groß denken. Ein Mix aus Einsteiger-Artikeln und durchgeknallten Profi-Artikeln die dieses "Ich will das auch haben/können/machen." auslösen, kann für eine/n ambitionierte/n HomebartenderIn/Hobbykoch/Hobbyköchin/Hobby-Fotograf/in/ModellflugzeugbauerIn am Beginn seiner/ihrer Karriere große Magie sein.

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