Anahit Chachatryan – Gründerin und Inhaberin – amore augsburg

Unser Q&A Format mit Fragen zu Learnings aus der Krise und momentanen Best Practices. Jetzt kostenfrei für die IMD2021 anmelden und Beiträge von Topspeakern aus der Branche miterleben und mehr Fachinterviews freischalten. IMD2020  SpeakerBrands (Auszug):

Covid-19 Learnings & Best Practices

Hier unser Interview mit Anahit zu aktuellen Erfahrungen mit der Corona-Pandemie.

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IMD: Bitte stell Dich für die, die Dich nicht kennen, kurz vor. Wer bist Du, was machst Du bzw Ihr?

Ich bin mit 6 Jahren von Armenien nach Deutschland gezogen und konnte kein Wort Deutsch sprechen. Die Sprache faszinierte mich damals schon. So lernte ich sie nicht nur innerhalb eins halben Jahrs, sondern las bereits als Kind Unmengen an Büchern. Mit 14 hatte ich meinen ersten Blog, mit 17 arbeitete ich als Jugendredakteurin und gründete mit 24 mein erstes Online-Magazin. Mit amore augsburg, die lokale B2B-Content-Marketing-Plattform für Startups und den Mittelstand, die ich im November 2019 gründete, teste ich gerade gemeinsam mit einem Freelancer-Team mehrere Formate und Content-Marketing-Modelle für einen Omni-Channel-Ansatz, der lokal und global funktioniert.

Was heißt das genau? Wir veranstalten verschiedene Eventformate, verbinden diese mit suchmaschinenoptimierten Magazin-Artikeln und bauen diese in eine Social-Media-Kampagne ein. Um den Omni-Channel-Ansatz optimal abzurunden, bieten wir auch die Möglichkeit über das glokale Print-Magazin zu werben.


IMD: Alles klar. Was waren Deine/Eure Erfahrungen in den letzten Monaten? Was hat sich durch Corona verändert?

Wir haben im November 2019 mit begonnen und zunächst einmal nur unser Meetup-Format „Together We Grow“ (TWG) vermarktet. Wir konnten sehr schnell Sponsoren, Hosts und die lokale Unternehmerszene mit der Veranstaltungsreihe begeistern und haben auch nach zwei Monaten schwarze Zahlen geschrieben. Anfang März 2020 haben wir das bisher größte Meetup mit über 120 Personen gefeiert. Vom Geheimtipp zum Liebling der Region. Und dann, von einem auf den nächsten Tag, war es – und man kann es nicht anders sagen – „ein Schlag in die Fresse“. Keine gesponserten Events mehr möglich.
Wir standen vor der Wahl: Aufgeben oder weitermachen? Wir haben uns dann zusammengerauft und das digitale Geschäftsmodell entwickelt. Eine Mischung aus suchmaschinenoptimierten Magazin-Beiträgen, die wir in eine messbare Social-Media-Kampagne einbetten. Das war gerade zu diesem Zeitpunkt gefragt. Denn bei vielen Unternehmen ist der Kontakt zu ihren Kunden abgebrochen. Wir konnten mit den neuen, digitalen und regionalen Content-Marketing-Produkten die Lücke schließen.
Von Juli 2020 bis Oktober konnten die TWG-Meetups wieder stattfinden. Es hieß für diese Zeit wieder: Zusammenkommen, kooperieren, gemeinsam wachsen. Nun haben wir vorerst beschlossen keine TWG Meetups zu veranstalten, bis die Infektionszahlen wieder zurückgehen. Stattdessen konzentrieren wir uns derzeit auf die Crowdfunding-Kampagne zum Print-Magazin. Wir nutzen also die Zeit, um unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und Neues zu testen.


IMD: Frage 3: Was sind Deine größten Learnings aus dieser Zeit? Hast Du Tipps für unser Publikum?

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Das größte Learning ist: Nicht den Kopf in den Sand stecken. Ich könnte jetzt mit weiteren Plattitüden um mich werfen: Wo ein Wille ist, da findet sich auch ein Weg. Immer am Ball bleiben etc. Tatsache ist, dass jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden sollte, wie es in Krisensituationen handeln möchte. Als Startup ist die Fallhöhe sehr gering, wenn es nicht funktionieren sollte. Wenn ein Unternehmen aber die Verantwortung für mehrere Duzend oder sogar hunderte Angestellte trägt, befinden wir uns in einer ganz anderen Ausgangslage.
Neben meinem neuen Baby „amore augsburg“ arbeite seit 6 Jahren als Marketingberaterin. Das Learning hier ist sehr deutlich: Wer frühzeitig in Marketing investiert gewinnt. Einer meiner Kunden ist Gastronom. Hier haben wir Instagram als Hauptmedium definiert und konnten die Umsatzverluste in den darauffolgenden Monaten sofort wieder kompensieren. Ein weiterer Kunde betreibt einen Onlineshop. Er hat eine mittlere fünfstellige Summe investiert, sodass wir innerhalb von 2 Monaten einen Conversion-Funnel aufbauen konnten, der bis heute quasi von alleine läuft.
Corona beschleunigt nicht nur die Digitalisierung, sondern bietet auch die Chance, einen Schritt zurückzugehen und neuzudenken sowie in die Zukunft zu investieren.

https://amore-augsburg.com/